[Rezension] Maggie und die Stadt der Diebe


Autor: Patrick Hertweck
Erschienen im Thienemann- Verlag
Hardcover
299 Seiten
14,99€


New York, 1870
Kalt und düster ist es in den Slums von Manhattan. Ziellos irrt Maggie durch schmuttzige Gassen voller Bettler. Sie ist heilfroh, als sie bei einer Bande junger Diebe Unterschlupf findet. Schon bald fühlt sie sich dort wie zu Hause. Bis eine gemeinsame Diebestour sie zu einem Kirchturm führt, der schlimmste Erinnerungen in ihr wachhruft. Maggie muss sich endlich ihrer Vergangenheit stellen. Doch Licht ins Dunkel kann nur einer Bringen:
der sagenumwobene Herscher über die New Yorker Unterwelt


"Das Mädchen, das an diesem Frühlingsmorgen durch die Slums von Lower Manhattan irrte, war zierlich und klein für sein Alter." 

Maggie ist zunächst stur und der Meinung, dass sie niemanden braucht, um zurecht zu kommen. Natürlich muss sie lernen, dass dies Blödsinn ist und ganz schnell ist sie froh auf den Straßen New Yorks eine Bande gefunden zu haben, der sie sich anschließen kann. 
Trotz dieses Glücksfalls bleibt aber weiter unklar, was mit Maggie los ist - warum ist das Mädchen plötzlich auf der Straße, obwohl es sicher vorher kein Straßenkind war und warum wird es von der gefährlichsten und gefürchtetsten Bande der Stadt verfolgt?
 Vor diesen Fragen, die alle eng mit ihrer Vergangenheit verknüpft sind, kann sie auf Dauer nicht fliehen.
Dem Autoren ist es gelungen eine Geschichte zu schreiben, die dem Leser keine Verschnaufpause gibt. Er verzichtet auf Szenen, bei denen das Gefühl aufkommen könnte, dass sie nur da sind, um Platz zu füllen. In jeder neuen Situation passiert etwas - etwas Wichtiges. Damit dies gelingt, nimmt er Zeitsprünge in Kauf, die jüngere und unerfahrene Leser im ersten Moment vielleicht etwas anstrengend finden werden. Aber ab einem Alter von elf Jahren sollte dies problemlos zu bewältigen sein und die spannende Geschichte lockt sicher weiter. Zu diesen wichtigen Geschehnissen gehört es aber immer auch, dass die Charaktere sich weiterentwickeln oder Details aus der Vergangenheit bekannt werden. 
So macht Patrick Hertweck  nicht den Fehler für eine spannende Geschichte für Kinder lediglich einseitige Charaktere zu entwerfen. 
Auch wenn diese Themen nur indirekt und ganz klar ohne erhobenen Zeigefinger angesprochen werden, geht es um Freundschaft, um Vertrauen und auch um Identität - wichtige Themen für "Beinahe-Teenager", die hier angemessen aufgegriffen werden. 
Die Sprache finde ich für die Zielgruppe schon fast etwas zu anspruchsvoll, aber ich hoffe, dass die Kinder die Herausforderung annehmen und sie an Maggies Seite meistern, denn dafür werden sie belohnt. Bei jüngeren Kindern sollte man aber vorsichtig sein, auch da es zu einigen Todesfällen kommt, sodass hier manch einer eventuell auch abgeschreckt werden könnte.
Obwohl die Heldin der Geschichte ein Mädchen ist, knn ich mir gut vorstellen, dass auch Jungen an den wilden Verfolgungen und spannenden Entwicklungen ihren Spaß haben. 


Patrick Hertweck`s Maggie und die Stadt der Diebe ist eine Geschichte für Jung und Alt. Die Zielgruppe sind wohl eher Kinder oder Jugendliche, jedoch hat Maggie auch mich, mit fast 30 Jahren das ein oder andere Mal zum Lachen gebracht.

Somit hat sich Maggie 5 Schmeetterlinge verdient.


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